Strittige Fördervariante in Oberösterreich

Kommentar
06.10.2023

 
Ein Kommentar von Mario Zoidl, Fachgruppenobmann der oberösterreichischen Immobilien- und Vermögenstreuhänder.

Mann im Anzug
Mario Zoidl, Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in Oberösterreich: „Die neue Fördervariante für Häuslbauer in Oberösterreich gilt leider nicht für Wohnungen!“

Weil die Baukosten und Zinsen massiv nach oben gingen und zugleich die Finanzierungsrichtlinien strenger wurden, brach der Immobilienmarkt in Oberösterreich zuletzt regelrecht ein. Unter dem Thema „Wohnen muss leistbar bleiben“ reagiert Landesrat Manfred Haimbuchner, der für die Wohnbauförderung im Bundesland verantwortlich zeichnet, mit einer weiteren Fördervariante für die oberösterreichischen Häuslbauer.

Dabei erhalten die Häuslbauer ein 35-jähriges Darlehen mit einem zwanzigjährigen Fixzinssatz von letztendlich 2,95 Prozent. Bei dem von der Hypo Oberösterreich gewährten Fixzinssatz von 4,20 Prozent übernimmt das Land 1,25 Prozent. Diese Variante gilt für Anträge, die zwischen 1. September 2023 und 31. Dezember 2024 gestellt werden. Die Berechnung nach der Fixzinsphase erfolgt auf Basis des 3-Monats-Euribor +1,12 Prozent Aufschlag auf die verbleibenden 15 Jahre.

Durch den überall spürbaren Einbruch beim Bau sowie beim Kauf von Eigentum wurde der Druck auf diesen Sektor immer größer. Besagter Druck ist jedoch nicht nur bei den Häuslbauern, sondern auch bei jenen, die sich eine Eigentumswohnung anschaffen möchten, zu spüren. Doch hier greift die Förderung leider nicht!

Die Bauträger sind mit folgender Misere konfrontiert: Weil die aktuellen Umstände wie gestiegene Baukosten, hohe Zinsen, verschärfte Kreditvergaberichtlinien und die hohe Inflation den Erwerb von Eigentumswohnungen wesentlich erschweren, kamen seit dem letzten Herbst etliche Bauträgerprojekte im Bundesland zum Stillstand.  

Dieses Eigentumssegment ist nicht weniger wichtig und es ist wünschenswert, dass die neue Fördervariante auf die Eigentumswohnungen ausgeweitet wird. Gerade die 600 oberösterreichischen gewerblichen Bauträger arbeiten sehr intensiv in diesem Segment. Sie leisten einen wichtigen Beitrag, um kostengünstigen und modernen Wohnraum für zahlreiche Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher zur Verfügung zu stellen. Unabhängig davon sind die gewerblichen Bauträger ein starker Impulsgeber für die Bauwirtschaft.

Um die bisherige Qualität des oberösterreichischen Wohnungsmarktes aufrecht zu erhalten und die Wirtschaft bestmöglich zu unterstützen, leitete die Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in Oberösterreich diesen Vorschlag an den zuständigen Landesrat Haimbuchner weiter. Wir hoffen auf Gehör.

Ihr Mario Zoidl